Nah an der Zielgruppe

Sozialpädagogisches Teamteaching

Das Sozialpädagogische Teamteaching wird seit April 2019 in Kooperation mit der Kindersprachbrücke Jena e.V. durchgeführt. Ziel ist die Entlastung der Lehrkräfte durch ein interdisziplinäres Tandemprinzip im Unterricht. Das Klassenraum-Management, Elternarbeit und individuelle Förderung wird von zwei Personen, der Klassenleitung und dem Sozialpädagogischen Teamteacher geschultert. Langfristig kann so ein guter und störungsfreierer Unterricht besser gelingen und die Grundlage für individuelle Bildungswege gelegt werden.

Im April 2019 stieg der Sozialpädagogische Teamteacher zunächst in eine 5.Klasse ein und gewährleistet die individuelle Förderung von Schüler:innen mit multiplen Förderbedarfen. Mittlerweile begleitet unser Teamteacher diese Klasse in Stufe 7 und die Schüler:innen profitieren von einer Ansprechperson, die konstant anwesend ist und somit auch einen genaueren Blick auf die alltäglichen Lebenslagen Heranwachsender hat.

Alternativer Schulbesuchskurs

Schüler und Schülerinnen, die hinsichtlich Schulabsentismus und schulverweigerndem Verhalten auffällig geworden sind, werden seit Oktober 2019 im von uns entwickelten alternativen Schulbesuchskurs betreut. Dieser stellt einen wichtigen Meilenstein innerhalb der spezifischen Konzeption des Projekts zur Senkung der Schulabbrecherquote dar. Im alternativen Schulbesuchskurs werden die Schüler*innen mit hohen Fehlzeiten nach einem ausführlichen Erstgespräch und nach Zustimmung der Betroffenen und ihrer Sorgeberechtigten einmal wöchentlich in einer Kleingruppe betreut. Da die Gründe für schulvermeidendes Verhalten vielfältig sind, muss auch das Angebot an die Schüler*innen individuell und bedarfsgerecht sein. Im Schulalltag ist dies von Lehrkräften häufig nicht zu leisten.

Im alternativen Schulbesuchskurs haben die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit sich individuell mit ihren Problem- und Motivationslagen auseinanderzusetzten und Lösungsstrategien zu entwickeln (Coping). Bei diesem Prozess werden sie sozialpädagogisch und psychologisch nach dem biopsychosozialen Störungsansatz angeleitet und begleitet. Daneben ist der psychologische Halt, den die Gruppe den Betroffenen bietet ein bedeutsamer und entscheidender Interventionsfaktor das Risiko zur Chronifizierung von Vermeidungstendenzen zu senken.

Beratung Kindeswohlgefährdung

Schule ist einen bedeutender Ort für wirksamen Kinderschutz. Im schulischen Kontext fallen Kinder und Jugendliche, die vernachlässigt, missbraucht und/oder misshandelt wurden, vor allem dadurch auf, dass sich das Lern- und Arbeitsverhalten deutlich und auffällig ändert, dass schulische Leistungen nachlassen, verändertes Kontakt- und Sozialverhalten wie  z.B. Angst, Rückzug, Aggressivität beziehungsweise psychosomatische Beschwerden erkennbar sind. Auch Schulversäumnisse und Vermeiden bestimmter Situationen im schulischen Kontext oder bestimmter Fächer neben körperlichen Anzeichen für Misshandlungen können Hinweise auf Kindeswohlgefährdung geben.

Im Rahmen des § 55 a Abs. 2 ThürSchulG sind Lehrkräfte zum Kinderschutz gesetzlich verpflichtet. Dabei müssen Hinweisen auf eine mögliche Gefährdung des Wohls eines Schülers unter Beachtung von fachlichen Standards nachgegangen werden. Zur Umsetzung dieser Verpflichtung wird allen Beteiligten der Regelschule Neustadt eine entsprechende fachliche Unterstützung seitens der Kinderschutzfachkraft Anne Bruhn-Zwolinski im Rahmen des Projekts PINK 2.0 angeboten.

Insoweit erfahrene Fachkraft (IseF)

Als ausgebildete insoweit erfahrene Fachkraft (IseF) unterstützt und begleitet Anne Bruhn-Zwolinski alle Fachkräfte innerhalb und außerhalb der Regelschule prozessorientiert bei der Risiko- und Gefährdungseinschätzung. Sie führt Gespräche mit der falleingebenden Fachkraft und sammelt Informationen über Anhaltspunkte, die auf eine Gefährdung des Kindeswohls hindeuten. Das Ziel ist es, den Grad der Gefährdung zu beurteilen und bei Bedarf geeignete Hilfemaßnahmen zum Schutz für das Kind, den Jugendlichen/die Jugendliche oder zur Sicherung des Kindeswohls aufzuzeigen.

Eine IseF leistet Entscheidungshilfe bei der Frage, ob das Jugendamt hinzugezogen werden kann oder muss. Darüber hinaus können anstehende Gespräche zwischen Sorgeberechtigten und falleingebender Fachkraft mit Unterstützung der IseF vorbereitet werden. Die IseF berät ausschließlich die falleingebende Fachkraft oder Institution und übernimmt keine Verantwortung in der Fallarbeit!

Förderer und Unterstützer*innen